Tracking in Apps: Konsistenz schlaegt Perfektion (Studie)
Studie (2021): Bei App-basiertem Ernährungs-Tracking waren Konsistenz und Frequenz mit Gewichtsverlust assoziiert – Vollstaendigkeit weniger. Praxis: lieber regelmaessig loggen als perfekt.
Tracking ist ein Kernbaustein vieler Abnehmprogramme. Aber: Was zählt mehr – oft tracken, konsequent tracken oder vollständig tracken?
Eine Studie hat untersucht, welche Aspekte der Adhärenz bei App-basiertem Ernährungs-Self-Monitoring mit Gewichtsverlust zusammenhängen.
Das Wichtigste in Kürze
- Prospektive Studie (single-arm, unkontrolliert) mit N = 90 Personen mit Übergewicht/Adipositas.
- Daür: 8 Wochen Ernährungs-Tracking in einer App (Calorie Counter by FatSecret).
- Ergebnis: durchschnittliche Gewichtsveränderung nach 8 Wochen −1.5 ± 2.1 kg.
- Konsistenz (wie viele Wochen regelmässig getrackt wurde) und Frequenz waren signifikant mit Prozent-Gewichtsverlust assoziiert.
- „Vollständigkeit“ war in dieser Analyse nicht klar assoziiert.
Was wurde untersucht?
Die Studie schaute sich drei typische „Adhärenz“-Dimensionen beim Tracking an:
- Frequenz: wie oft wird getrackt?
- Konsistenz: über wie viele Wochen bleibt das Tracking regelmässig?
- Vollständigkeit: wie „komplett“ sind die Einträge?
Und dann: Welche dieser Dimensionen sagt Gewichtsveränderung besser voraus?
Kernerkenntnisse
1. „Regelmässig“ schlägt „perfekt“
Die Daten sprechen dafür, dass es wichtiger ist, dran zu bleiben (konsequent/frequent), als alles zu 100% korrekt und vollständig zu loggen.
2. Tracking muss niedrigschwellig sein
Wenn Vollständigkeit nicht der Haupttreiber ist, ist das eine gute Nachricht: Systeme mit geringer Reibung (schnelles Logging, Standard-Mahlzeiten, Foto/Barcode) können effektiver sein als „Super-Präzision“, die niemand durchhält.
Was heisst das praktisch?
- Setze dir ein Ziel wie „5–6 Tage/Woche loggen“ statt „jeden Bissen perfekt“.
- Nutze vereinfachtes Tracking, wenn du merkst, dass du sonst abbrichst.
- Führe eine wöchentliche Review ein: Was waren die 2 grössten Kalorienquellen? Was sättigt gut? Was wiederholt sich?
Limitationen und Einordnung
- Unkontrolliertes Design (kein RCT) – daher keine harte Kausalität.
- 8 Wochen: kurzfristig; Langzeiteffekte sind nicht automatisch ableitbar.
Fazit
Beim App-Tracking scheint Konsistenz und Frequenz wichtiger zu sein als Vollständigkeit. Für die Praxis heisst das: baü ein System, das du langfristig machst – nicht eins, das „perfekt“ wäre.
Quellen
Payne J, et al. Adherence to mobile‐app‐based dietary self‐monitoring—Impact on weight loss in adults. Obesity Science & Practice. 2021. doi: 10.1002/osp4.566.
Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei Fragen zu deiner Gesundheit wende dich bitte an einen Arzt oder eine Ernährungsfachkraft.
Wissenschaftliche Quellen
- [1]
Payne J, et al.. "Adherence to mobile‐app‐based dietary self‐monitoring—Impact on weight loss in adults." Obesity Science & Practice, 2021.


