Intervallfasten: Welche Strategie wirkt am besten? (BMJ Meta-Analyse)
Netzwerk-Metaanalyse (BMJ, 2025) mit 99 RCTs: Intervallfasten vs. Kaloriendefizit vs. ad libitum. Kleine Unterschiede; ADF teils leicht besser als TRE.
Intervallfasten ist ein Sammelbegriff: Alternate Day Fasting (ADF), Time-Restricted Eating (TRE) oder Whole-Day Fasting. Die grosse Frage ist: Welche Strategie bringt beim Abnehmen wirklich mehr – und wie sehen die Effekte auf Blutwerte aus?
Eine aktuelle Arbeit im BMJ hat dazu eine Netzwerk-Metaanalyse von randomisierten Studien ausgewertet.
Das Wichtigste in Kürze
- Analysiert wurden 99 randomisierte Studien mit insgesamt 6582 Erwachsenen.
- Gegenüber „ad libitum“ (essen ohne Vorgaben) führten Intervallfasten und auch kontinuierliche Kalorienrestriktion zu Gewichtsverlust.
- Im direkten Vergleich zur kontinuierlichen Kalorienrestriktion zeigte Alternate Day Fasting einen kleinen Vorteil beim Gewicht (in der Analyse ca. -1.29 kg).
- Gegenüber TRE und Whole-Day-Fasting war ADF ebenfalls leicht besser (kleine Unterschiede; moderate Evidenz in der Arbeit).
- Bei Blutwerten gab es nur kleine/uneinheitliche Unterschiede zwischen den Fasten-Strategien; für HbA1c und HDL wurden keine klaren Unterschiede berichtet.
Was wurde untersucht?
Die Autoren haben randomisierte klinische Studien verglichen, die folgende Strategien gegenüberstellen:
- Intermittent Fasting (ADF, TRE, Whole-Day-Fasting)
- Continuous Energy Restriction (klassisches Kaloriendefizit)
- Ad libitum (keine Vorgaben)
Dann wurden Effekte auf:
- Körpergewicht (primär)
- Anthropometrie, Glukose-Stoffwechsel, Lipide, Blutdruck, Entzündung (CRP) u.a.
in einer Netzwerk-Metaanalyse zusammengeführt.
Kernerkenntnisse
1. Fasten ist nicht „magisch“, aber wirksam
Die Analyse zeigt: Wenn Fasten (oder Kaloriendefizit) in Studien sauber umgesetzt wird, geht Gewicht runter – vor allem im Vergleich zu „einfach weiter essen“.
2. ADF wirkt tendenziell etwas stärker als TRE – aber der Unterschied ist klein
Wichtig für die Praxis: selbst wenn ADF im Mittel etwas besser abschneidet, heisst das nicht automatisch, dass es für dich besser ist. ADF ist oft schwerer durchzuhalten.
3. Blutwerte: Unterschiede sind da, aber nicht der Haupt-Hebel
Die Meta-Analyse berichtet zwar einzelne Unterschiede (z.B. Lipid-Parameter zwischen Strategien), aber insgesamt sind die Unterschiede eher minor. In der Praxis zählt meist: Funktioniert das System langfristig?
Was heisst das praktisch?
- Die beste Methode ist die, die du durchhältst. Ein kleines, stabiles Defizit gewinnt gegen ein „perfektes“ System, das du nach 2 Wochen abbrichst.
- TRE eignet sich oft, wenn du ohne Kalorienzählen mehr Struktur willst (z.B. Essensfenster).
- ADF kann funktionieren, ist aber häufig sozial/mental anspruchsvoller.
Mit Mahlzait kannst du Fasten/Defizit pragmatisch abbilden: nicht als Zwang zum Zählen, sondern als Feedback-System (Muster erkennen, Sattigung/Protein/Volumen optimieren).
Limitationen und Einordnung
- Netzwerk-Metaanalysen hängen stark von der Qualität und Daür der eingeschlossenen Studien ab.
- Die Autoren betonen, dass längere Trials nötig sind, um Langzeiteffekte besser abzusichern.
Fazit
Intervallfasten funktioniert für Gewichtsverlust ähnlich gut wie klassische Kalorienrestriktion. In dieser Netzwerk-Metaanalyse war Alternate Day Fasting im Mittel leicht besser als kontinuierliches Defizit – die Unterschiede sind aber klein, und Adhärenz bleibt der wichtigste Faktor.
Quellen
Semnani-Azad Z, et al. Intermittent fasting strategies and their effects on body weight and other cardiometabolic risk factors: systematic review and network meta-analysis of randomised clinical trials. BMJ. 2025. doi: 10.1136/bmj-2024-082007.
Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei Fragen zu deiner Gesundheit wende dich bitte an einen Arzt oder eine Ernährungsfachkraft.
Wissenschaftliche Quellen
- [1]
Semnani-Azad Z, et al.. "Intermittent fasting strategies and their effects on body weight and other cardiometabolic risk factors: systematic review and network meta-analysis of randomised clinical trials." BMJ, 2025.


