Schnell vs. langsam abnehmen: was ist besser? (Studie)

Veröffentlicht: 22. Dezember 20256 Min. Lesezeit

Randomisierte Studie (2017): 5% Gewichtsverlust in 5 Wochen vs 15 Wochen. Beide verbessern Werte; langsam kann Körperzusammensetzung begünstigen, schnell zeigte teils staerkere metabolische Effekte.

Viele wollen schnell abnehmen – aber der Körper reagiert nicht nur auf wie viel, sondern auch auf wie schnell. Besonders relevant: Körperzusammensetzung (Fett vs. fettfreie Masse) und Stoffwechselmarker (Blutzucker, Lipide).

Eine randomisierte Studie hat deshalb „schnell“ vs „langsam“ verglichen – mit dem gleichen Ziel: mindestens 5% Gewichtsverlust, aber in unterschiedlicher Zeit.

Das Wichtigste in Kürze

  • Randomisierte Studie mit 42 übergewichtigen/adipösen Personen.
  • Vergleich:
    • Rapid WL: ≥5% Gewichtsverlust in 5 Wochen
    • Slow WL: ≥5% Gewichtsverlust in 15 Wochen
  • Beide Gruppen verbesserten verschiedene anthropometrische Werte und Stoffwechselmarker.
  • In der Studie war die Körperzusammensetzung tendenziell günstiger nach langsamem Gewichtsverlust.
  • Einige metabolische Verbesserungen (u.a. LDL/Fasting Blood Sugar/Insulinresistenz) waren in der Studie stärker bei schnellem WL.

Was wurde untersucht?

Die Teilnehmer wurden zufällig in zwei Gruppen eingeteilt. Beide sollten mindestens 5% ihres Körpergewichts verlieren – aber:

  • entweder in 5 Wochen (schnell)
  • oder in 15 Wochen (langsam)

Vorher und nachher wurden u.a. erfasst:

  • Körpermasse/Umfänge
  • Körperzusammensetzung (Fettmasse, Lean Mass)
  • Lipid- und Glukoseprofil
  • Blutdruck

Kernerkenntnisse

1. Abnehmen verbessert vieles – aber nicht alles gleich

Beide Strategien führten zu Verbesserungen bei Umfängen, Fettmasse und verschiedenen Risikomarkern. Das unterstreicht: Schon moderater Gewichtsverlust kann wirken.

2. Tempo beeinflusst Körperzusammensetzung

Die Arbeit berichtet, dass die Körperzusammensetzung nach langsamem Gewichtsverlust „favorable“ war. Praxisnah übersetzt: Langsamer kann helfen, weniger fettfreie Masse zu verlieren (besonders wenn Protein und Krafttraining stimmen).

3. Schnell ist nicht automatisch schlecht – aber oft schwerer „sauber“ umzusetzen

Wenn schnell bedeutet: starkes Defizit, wenig Protein, kein Training, hoher Stress – dann steigt das Risiko, dass Muskelmasse/RMR mit runtergehen. Das kann das Gewicht halten später erschweren.


Was heisst das praktisch?

  • Wenn dein Ziel „nachhaltig“ ist, ist ein moderates Tempo oft die beste Default-Strategie.
  • Egal welches Tempo: Protein hoch + Krafttraining sind die zwei wichtigsten Hebel, um fettfreie Masse zu schützen.
  • Tracke nicht nur Gewicht: Bauchumfang, Protein, Schritte/Training sind oft aussagekräftiger für „gute“ Abnahme.

Limitationen und Einordnung

  • Kleine Stichprobe (n=42).
  • Daür/Setting sind begrenzt; Langzeiteffekte (Gewicht halten) werden dadurch nicht automatisch beantwortet.
  • Ergebnisse hängen stark davon ab, wie genau die Diäten/Programme umgesetzt wurden.

Fazit

Beide Ansätze können funktionieren. Wenn du die Wahl hast, ist „langsam und stabil“ oft der bessere Standard – weil es häufig leichter ist, Muskelmasse zu schützen und die Umsetzung alltagstauglich zu halten.


Quellen

Ashtary-Larky D, et al. Rapid Weight Loss vs. Slow Weight Loss: Which is More Effective on Body Composition and Metabolic Risk Factors? International Journal of Endocrinology and Metabolism. 2017. doi: 10.5812/ijem.13249.


Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei Fragen zu deiner Gesundheit wende dich bitte an einen Arzt oder eine Ernährungsfachkraft.

Wissenschaftliche Quellen

  • [1]

    Ashtary-Larky D, et al.. "Rapid Weight Loss vs. Slow Weight Loss: Which is More Effective on Body Composition and Metabolic Risk Factors?." International Journal of Endocrinology and Metabolism, 2017.

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei Fragen zu deiner Gesundheit wende dich bitte an einen Arzt oder eine Ernährungsfachkraft.

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