Schnell vs. langsam abnehmen: was ist besser? (Studie)
Randomisierte Studie (2017): 5% Gewichtsverlust in 5 Wochen vs 15 Wochen. Beide verbessern Werte; langsam kann Körperzusammensetzung begünstigen, schnell zeigte teils staerkere metabolische Effekte.
Viele wollen schnell abnehmen – aber der Körper reagiert nicht nur auf wie viel, sondern auch auf wie schnell. Besonders relevant: Körperzusammensetzung (Fett vs. fettfreie Masse) und Stoffwechselmarker (Blutzucker, Lipide).
Eine randomisierte Studie hat deshalb „schnell“ vs „langsam“ verglichen – mit dem gleichen Ziel: mindestens 5% Gewichtsverlust, aber in unterschiedlicher Zeit.
Das Wichtigste in Kürze
- Randomisierte Studie mit 42 übergewichtigen/adipösen Personen.
- Vergleich:
- Rapid WL: ≥5% Gewichtsverlust in 5 Wochen
- Slow WL: ≥5% Gewichtsverlust in 15 Wochen
- Beide Gruppen verbesserten verschiedene anthropometrische Werte und Stoffwechselmarker.
- In der Studie war die Körperzusammensetzung tendenziell günstiger nach langsamem Gewichtsverlust.
- Einige metabolische Verbesserungen (u.a. LDL/Fasting Blood Sugar/Insulinresistenz) waren in der Studie stärker bei schnellem WL.
Was wurde untersucht?
Die Teilnehmer wurden zufällig in zwei Gruppen eingeteilt. Beide sollten mindestens 5% ihres Körpergewichts verlieren – aber:
- entweder in 5 Wochen (schnell)
- oder in 15 Wochen (langsam)
Vorher und nachher wurden u.a. erfasst:
- Körpermasse/Umfänge
- Körperzusammensetzung (Fettmasse, Lean Mass)
- Lipid- und Glukoseprofil
- Blutdruck
Kernerkenntnisse
1. Abnehmen verbessert vieles – aber nicht alles gleich
Beide Strategien führten zu Verbesserungen bei Umfängen, Fettmasse und verschiedenen Risikomarkern. Das unterstreicht: Schon moderater Gewichtsverlust kann wirken.
2. Tempo beeinflusst Körperzusammensetzung
Die Arbeit berichtet, dass die Körperzusammensetzung nach langsamem Gewichtsverlust „favorable“ war. Praxisnah übersetzt: Langsamer kann helfen, weniger fettfreie Masse zu verlieren (besonders wenn Protein und Krafttraining stimmen).
3. Schnell ist nicht automatisch schlecht – aber oft schwerer „sauber“ umzusetzen
Wenn schnell bedeutet: starkes Defizit, wenig Protein, kein Training, hoher Stress – dann steigt das Risiko, dass Muskelmasse/RMR mit runtergehen. Das kann das Gewicht halten später erschweren.
Was heisst das praktisch?
- Wenn dein Ziel „nachhaltig“ ist, ist ein moderates Tempo oft die beste Default-Strategie.
- Egal welches Tempo: Protein hoch + Krafttraining sind die zwei wichtigsten Hebel, um fettfreie Masse zu schützen.
- Tracke nicht nur Gewicht: Bauchumfang, Protein, Schritte/Training sind oft aussagekräftiger für „gute“ Abnahme.
Limitationen und Einordnung
- Kleine Stichprobe (n=42).
- Daür/Setting sind begrenzt; Langzeiteffekte (Gewicht halten) werden dadurch nicht automatisch beantwortet.
- Ergebnisse hängen stark davon ab, wie genau die Diäten/Programme umgesetzt wurden.
Fazit
Beide Ansätze können funktionieren. Wenn du die Wahl hast, ist „langsam und stabil“ oft der bessere Standard – weil es häufig leichter ist, Muskelmasse zu schützen und die Umsetzung alltagstauglich zu halten.
Quellen
Ashtary-Larky D, et al. Rapid Weight Loss vs. Slow Weight Loss: Which is More Effective on Body Composition and Metabolic Risk Factors? International Journal of Endocrinology and Metabolism. 2017. doi: 10.5812/ijem.13249.
Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei Fragen zu deiner Gesundheit wende dich bitte an einen Arzt oder eine Ernährungsfachkraft.
Wissenschaftliche Quellen
- [1]
Ashtary-Larky D, et al.. "Rapid Weight Loss vs. Slow Weight Loss: Which is More Effective on Body Composition and Metabolic Risk Factors?." International Journal of Endocrinology and Metabolism, 2017.


